Kinder alleine lassen // Wie andere eben denken

29 May 2017

 

 

"Und, war euer Kind auch schon mal alleine Zuhause" -Nein. "Möchtet ihr das langsam nicht mal versuchen, wäre doch an der Zeit?"

Worte, die mich in den letzten Tagen sehr beschäftigten. Worte von jemandem, der eigentlich weiss, wie wir leben, nach welchen Werten, vor allem ich, mein Kind beim Heranwachsen begleiten möchte. Worte, die mich wirklich bewegten. Zuerst zu Unverständnis, grossem Unverständnis, dann zu Ärger und Wut. Ärger über diese Menschen, die nicht fragen, sondern ihre Sicht auf die Dinge einfach sagen. Und wir Mamas sind doch oft verletzliche Wesen, wenn es darum geht, dass man unseren Kindern wohl nicht gerecht werden könnten, im schlimmsten Fall dann vielleicht sogar noch aus eigenem Interesse. Weil man selbst nicht anders kann. Es nicht anders gelernt hat.

 

Das mag ich nicht. Macht mich wütend.

 

Und doch danach bewegt es mich einfach nur noch in diesem Sinne, dass ich unsere Familiensituation hinsichtlich dem angesprochenem Thema überdenke. Es versuche nüchtern zu betrachten. Mich neu dafür entscheide, für unser bisheriges Leben und Tun, oder dem einfach einen neuen Input gebe, und wir uns so weiterbewegen, Neues dazukommt, altes Loslassen.

 

Obwohl ich immer noch meine, dass man vorsichtig sein sollte, beim Werten und Urteilen von Mamas und Papas, dass man emphatisch und respektvoll in einem Gespräch Gedanken teilen soll, nehme ich auch dieses Meinunen an, die in ihrer Absicht dann leider eben auch oft urteilend sind, an. Denn auch solches bringt uns, mich weiter.

 

In Bezug auf die Worte oben haben sie mich nur bestätigt gefühlt, indem was wir tun und in Zukunft auch tun möchten.

 

 

Denn nein, bisher habe ich mein Kind nie alleine gelassen. Wozu auch? Was profitiert denn mein Kind davon? Müssen wir das? Was soll falsch daran sein, dass der Kleine bisher nie allein gelassen wurde?

 

Ich meine, dass man nicht mit Kopf, sondern mit Herz und wachen Sinnen sein Kind beim Aufwachsen begleiten soll. Bin ich als Mama bei mir, kann ich lieben, sehe ich das Kind richtig, ohne den Blick durch falsche Erwartungen, Ungeduld oder Druck zu trüben, so spüre ich doch wo es steht, und was es braucht.

 

Vor einigen Wochen schrieb ich hier übers Loslassen. Dass wir unseren Kindern helfen sollen, Loszufliegen. Dass sie sicher und mit warmen Herz langsam immer mehr ihr wohlbehütetes Nest verlassen sollen. Im Hinblick darauf, dass hier jemand meint, dass wir unsere Kinder lernen sollten, dass sie von Zeit zu Zeit alleine Zuhause bleiben, Mama oder Papa oder gar beide das Haus für eine bestimmte Zeit verlassen, finde ich aber wichtig zu erwähnen, dass beim Loslassen wir die Kinder unterstützen, dass sie gehen; raus in die grosse weite Welt. Das ist ein wichtiger Unterscheid zu dem, dass ich als Mutter von meinem Kind weggehe. Ein wichtiger Unterscheid, für mich jedenfalls.

 

Worauf ich wert lege, ist, dass sich der Kleine frei bewegen kann, in dem Sinne, dass er die Möglichkeit haben soll, nach draussen zu gehen wenn ihm danach ist, dass er sich mit seinen kleinen Freunden treffen kann, ohne dass Erwachsene es  als Verabredungen arrangiert haben. (Natürlich, alles in entsprechendem Rahmen. Da wir ländlich wohnen, sind diese kleine Bullerbü Momente tatsächlich möglich).Dass er mit ihnen da draussen spielen kann ohne ständig von den Eltern beobachtet und kontrolliert zu werden. Das Gefühl frei  zu sein, darum, dass er sich selbst spüren und wahrnehmen kann, was denn für ein kleines, feines Menschlein in ihm steckt.

 

Dass ich aber gehe, dass mein Kind während einer gewissen Zeit alleine Zuhause bleibt, darum weil man eben annehmen könne, dass das ein Kind ab einem gewissen Alter eben können muss, darin sehe ich wenig Sinn. Ich hätte Angst, dass genau in dem Moment die Zündholzschachtel dem Kind in die Finger kommen könnte und die in diesem Moment dann eben auch gefährlich verlockend sein könnte. Dass es vom Hochbett stürzen könnte und niemand wäre da. Banale Ängste einer jeden Mama eben. Aber vor allem möchte ich nicht, dass das Kind sich einfach einsam fühlen könnte. Mein Kind spielt oft und gerne allein, geniesst die Ruhe, wenn es denn aber weiss, dass Mama da ist. Irgendwo, aber nah. Für diesen Fall wenn die Nähe gebraucht wird.

 

Sorgen einer Mama.

 

Und wenn ich es dann spüre, oder die wachsende Selbständigkeit meines Kindes mehr Freiheiten braucht, glaube ich, dass ich das entsprechend wahrnehmen werde und ihm dies gewähre. So lange tun wir eben genau das weiter, was mein Mamaherz mich immerzu spüren lässt.

Im Hinblick dieses Themas wollte ich wissen was andere Eltern dazu meinen, fernab von Familie und Freunden, die eben ganz schön oft Dinge ähnlich sehen. Zum Glück ja auch.

Wirkliche, brauchbare Literatur, die mich in unserem Tun bestätigte, oder mich zu neuen Denkanstössen bewegte, fand ich nicht.

 

So würde ich mich freuen, hier Worte zu hören, Gedanken zu lesen, schöne wie auch anders wertige Inputs, die mich in meinem Denken und Tun bewegen, vielleicht sogar auch andere Mamas, die sich ähnliche Gedanken machen.

 

Alles Liebe.

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Über neanoa

"Nea" steht für "neu" und "Noa" für "bewegend" wie auch "ruhend". Etwas Neues, das (Mama)-herzen berührt, sie bewegt und ans Wesentliche erinnern lässt. Hier soll der Sinn in all seiner Tiefe & das Sein in all seinem Schönen gleichermassen Platz zum Wachsen und inspirieren haben. Schlicht, ehrlich und dem Leben ganz nah.  

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