Anvertrauen // Ein Üben von Halten und Loslassen

10 Aug 2017

Vielleicht ist es nur ein Mensch, vielleicht aber auch mehrere. Alt, jung, fern oder ganz nah, man braucht ihn. Als stiller Zuhörer für unsere Seelen. 

 

Das was wir fühlen, ist nicht immer das was wir denken. Denken mögen, denken sollten, denken möchten.

 

Unser Fühlen ist unwillkürlich, ehrlich. Es überfordert oft.

 

Fühlen ist stärker als Verstand. Der Verstand wurde uns anerzogen. Er weiss was er tut. Meistens.

 

Er kennt ein Richtig und ein Falsch. Schwarz - weiss.

 

Sie haben aber nichts mit uns zu tun. Mit uns und unserem Innersten.

 

Gefühle weisen uns in entscheidenden Momenten den Weg.

 

Sie sind wie sie sind. Und das ist gut so.

 

 

Mein stiller Zuhörer sind die leeren Seiten. Dann wenn ich Gefühle niederschreibe. So bloss und so ehrlich wie sie sind. Ungeschönt, teils wüst, teils von Ärger, Wut, Unverständnis gezeichnet. Gar von Verzweiflung, Neid oder Eifersucht.

 

Sie sind wie sie sind.

 

 

Sind sie zu Papier geschrieben, so fühle ich diese allmähliche Leichtigkeit. Sie wurden wahrgenommen, erkannt, zugelassen.

 

Und dann, ja dann darf ich immer noch entscheiden, welche Emotionen ich in mir behalten möchte und welche ich loslassen möchte.

 

Mich befreien von Gefühlen die an mir zerren. Die sich schwer anfühlen, mich nicht ruhen lassen. 

 

Meine leeren Seiten, die urteilen nicht. Sie haben keine Meinung. Sie nehmen nur an.

 

Sie sind wie sie sind.

 

 

Wenn man aber diese Menschen oder auch nur diesen einen Menschen hat, dem diese innersten, blossen Gefühle anvertraut werden, einem Menschen, dem man sich öffnen kann, so ist das was ganz anderes.

 

Denn anders als die leeren Seiten nimmt er nicht nur an, er gibt uns auch dieses Gefühl, dass es okay ist, so zu fühlen. Es ist in Ordnung. Ohne zu werten, ohne uns mit anderen Augen zu sehen.

 

Und dieses eine warme, geborgene Gefühl ,das macht den wichtigen Unterschied für uns. 

 

Vielleicht braucht es Mut. Vielleicht. Ganz sicher.

 

Ganz sicher fühlen wir uns danach aber leicht und frei.

 

Ein Üben von Halten und Loslassen. Und das ganz bewusst.

 

Ich wünsche jedem, von Herzen, mindestens einen dieser Menschen. Oder zumindest eine leere Seite.

 

Für den Anfang zumindest.

 

 

 

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Über neanoa

"Nea" steht für "neu" und "Noa" für "bewegend" wie auch "ruhend". Etwas Neues, das (Mama)-herzen berührt, sie bewegt und ans Wesentliche erinnern lässt. Hier soll der Sinn in all seiner Tiefe & das Sein in all seinem Schönen gleichermassen Platz zum Wachsen und inspirieren haben. Schlicht, ehrlich und dem Leben ganz nah.  

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